Umbenennung des PCO-Syndroms (PCOS) in PMOS
11. Juni 2026
Sehr geehrte Einsender,
wir möchten Sie hiermit auf folgendes aufmerksam machen:
Polyendokrines metabolisches Ovarial-Syndrom (PMOS)
Im Mai 2026 wurde das bisher als Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bekannte Krankheitsbild nun offiziell in Polyendokrines metabolisches Ovarial-Syndrom (PMOS) umbenannt.
Hintergrund der Namensänderung
Der bisherige Begriff „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ wurde seit Jahren als unzureichend und teilweise irreführend angesehen:
- Die Erkrankung wird nicht durch ovarielle Zysten definiert.
- Viele Betroffene weisen keine pathologischen Ovarialzysten auf.
- Der bishgerige Name fokussierte auf einen einzelnen Aspekt der Erkrankung und spiegelte die komplexen endokrinen und metabolischen Veränderungen nicht angemessen wider.
- Die Bezeichnung trug nach Einschätzung der Konsensusgruppe zu Missverständnissen, verzögerter Diagnosestellung und einer zu engen Wahrnehmung als rein gynäkologische Erkrankung bei.
Mit der neuen Bezeichnung Polyendokrines metabolisches Ovarial-Syndrom (PMOS) sollen die wesentlichen pathophysiologischen Merkmale besser abgebildet werden:
- Polyendokrin: Beteiligung mehrerer hormoneller Regulationssysteme, allen voran findet sich sehr häufig eine Hyperandrogenämie
- Metabolisch: enge Assoziation mit Insulinresistenz und metabolischen Störungen
- Ovarial: ovarielle Dysfunktion als zentrales klinisches Merkmal mit häufiger Follikelreifungsstörung
Bedeutung für die Labordiagnostik
Die Umbenennung stellt keine grundsätzliche Änderung der diagnostischen Kriterien dar. Die bekannten endokrinologischen und metabolischen Untersuchungen behalten weiterhin ihre Relevanz, insbesondere:
- Androgendiagnostik (Testosteron, DHEAS, SHBG, Androstendion)
- Ausschlussdiagnostik anderer Ursachen eines Hyperandrogenismus
- Beurteilung metabolischer Risikofaktoren (Glukosestoffwechsel, HbA1c, Lipidstatus)
Sie können sich den Beitrag hier auch im PDF-Format anzeigen lassen.
Wenn Sie Fragen hierzu haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an Dr. Rosler unter rosler@labor-rosler.de oder telefonisch unter 09745-91910.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Eduard Rosler
Facharzt für Laboratoriumsmedizin
Labor Rosler GmbH